Gestorben

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Niemand prägte die Lufthansa so sehr wie Wolfgang Maryhuber

Der Österreicher erlag einem kurzen und schweren Leiden. Insgesamt 45 Jahre lang arbeitete er für die Lufthansa. Von 2003 bis 2010 stand er an deren Spitze.

04.12.2018, 11:00 Uhr
Wolfgang Mayrhuber
Foto: Christian Stelling

Wolfgang Mayrhuber hat ein Leben für die Lufthansa geführt. 45 Jahre arbeitete der gelernte Maschinenbau-Ingenieur für Deutschlands Vorzeige-Fluggesellschaft und hat sie stark geprägt, wie sein Nach-Nachfolger Carsten Spohr angesichts der Todesnachricht erklärte und ihm für seine „großen Verdienste“ dankte. Im Alter von 71 Jahren ist der frühere Lufthansa-Chef Mayrhuber am Samstag nach schwerer Krankheit gestorben.

Als ihn der damalige Lufthansa-Chef Jürgen Weber Anfang der 1990er-Jahre in sein Sanierungsteam berief, hatte der Oberösterreicher aus Waizenkirchen bereits mehr als 20 Kranich-Jahre hinter sich. 1970 hatte Mayrhuber bei der Triebwerks-Instandhaltung in Hamburg angeheuert, nachdem er sich zuvor vergeblich als Pilot bei den damals noch eigenständigen Gesellschaften Lufthansa, Swiss und Austrian beworben hatte.

Von der Triebswerkswartung bis an die Spitze

Viele aus dem damaligen Weber-Team haben anschließend Karriere bis an die Spitze des Dax-Konzerns gemacht. Neben Mayrhuber waren auch sein Nachfolger Christoph Franz und wiederum dessen Nachfolger Carsten Spohr mit von der Partie. Mayrhofers Weg führte über den Vorsitz der Lufthansa Technik, die einfache Mitgliedschaft im Konzernvorstand ab 2001 und die Nachfolge Webers im Amt des Vorstandsvorsitzenden ab Juni 2003. „Mr. Lufthansa“ Weber, wie er selbst ein leidenschaftlicher Skifahrer, wurde zum Mentor und Freund Mayrhubers.

Unter Mayrhuber hat sich die Lufthansa auf ihr Kerngeschäft konzentriert und sich durch die Übernahmen der allein nicht mehr lebensfähigen Swiss und Austrian breiter aufgestellt. Der Trend der aufkommenden Billigflieger wurde hingegen auch von Mayrhuber lange unterschätzt. Abgestoßen wurde die Touristikbeteiligung Thomas Cook mit dem Ferienflieger Condor. Zum Jahreswechsel 2010/11 gab Mayrhuber den Chefposten an Christoph Franz weiter.

Trend zu Billigfliegern unterschätzt

Der als charmant und umgänglich beschriebene Manager mit dem legendären Zahlengedächtnis saß in zahlreichen Aufsichtsräten, was ihm insbesondere bei seiner Berufung zum Lufthansa-Chefaufseher im Mai 2013 Probleme bereitete. Angelsächsische Investorenberater störten sich an der Ämterhäufung Mayrhubers und rieten von seiner Wahl ab.

Mit dem historisch schwachen Ergebnis von 63,2 Prozent wurde der verheiratete Familienvater nach langem Hin und Her schließlich doch noch an die Spitze des Aufsichtsrates gewählt, erneut als Nachfolger der grauen Lufthansa-Eminenz Weber.

Interesse für klassische Musik

Als Chefkontrolleur hat Mayrhuber nicht immer ein glückliches Händchen. Als Lufthansa-Chef Franz zum Schweizer Roche-Konzern wechselte, dauerte die Suche nach einem Nachfolger so lange, dass das nächste Eigengewächs Spohr sich schon beschädigt vorkommen musste, aber schließlich doch noch auf dem gewünschten Chefsessel landete.

Mit der Neuaufstellung der Zweitmarke Eurowings wurde endlich auch eine Antwort auf die Billigflieger gefunden. Gegen Ende seiner bis September 2017 laufenden Amtszeit war Mayrhuber bereits von schwerer Krankheit gezeichnet und musste bei seiner letzten Hauptversammlung in Hamburg beim Gehen gestützt werden.

Privat interessierte sich der Manager für klassische Musik, Architektur und Skifahren. Seiner österreichischen Heimat blieb er stets verbunden, lebte nach seiner aktiven Zeit in Salzburg und auf einem Bauernhof. Er hinterlässt Frau und drei Kinder. (dpa)

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