Hannover

(0)

Hauptbahnhof bleibt zwei Wochen gesperrt

Reisende zwischen Hamburg und Frankfurt müssen sich bis zum 15. Oktober auf längere Fahrtzeiten und Zugausfälle einstellen. Noch heftiger wird es 2019.

01.10.2018, 10:30 Uhr
Wird bis zum 15. Oktober kaum noch angefahren: Hauptbahnhof Hannover.
Foto: Deutsche Bahn AG

Seit Montag, 1. Oktober, halten die meisten IC- und ICE-Züge nicht mehr am Hauptbahnhof in Hannover, sondern an Ausweichstationen wie Wunstorf und Laatzen, teilt die Deutsche Bahn mit. Dadurch verlängern sich die Fahrtzeiten. Dies gilt auch für etliche Züge des Regionalverkehrs. Manche fallen auch aus; Anschlüsse werden gegebenenfalls verpasst. Geschäftsreisende, die in dieser Zeit unterwegs sind, sollten ihre Verbindungen daher nochmals überdenken und möglicherweise eine Bahn früher nehmen.

Als einzige ICE-Verbindung ist die Strecke Ruhrgebiet–Hannover–Berlin nicht von der Sperrung betroffen – sie hält weiterhin in Hannover. In der niedersächsischen Landeshauptstadt wird eine 140 Jahre alten Brücke erneuert.

Halt in Laatzen, Wunstorf oder Lehrte

Die ICE-Züge zwischen Hamburg und Frankfurt/München halten in Laatzen, jedoch werden manche Verbindungen gestrichen. Gänzlich entfällt die Route Bremen–München entfallen. Die IC-Züge zwischen Amsterdam und Berlin sowie Köln und Dresden halten in Wunstorf und Lehrte. Nach Hannover verkehren dann Regionalzüge und S-Bahnen.

Bis Sonntag war bereits der Hauptbahnhof Leipzig gesperrt gewesen. Dort spielte die Bahn in ihrem elektronischen Stellwerk neue Software ein.

Ab 2019 zentrale ICE-Strecken gesperrt

Noch heftiger wird es von 2019 bis 2023. Dann sperrt die Bahn monatelang zentrale ICE-Routen. Grund: Vor allem die 27 Jahre alten Schnellfahrstrecken Hannover-Würzburg und Mannheim-Stuttgart müssen grundlegend saniert werden, wie das Unternehmen mitteilte. Das Sanierungsprojekt behindert den bundesweiten Zugverkehr in Etappen bis ins Jahr 2023. Zahlreiche Fernzüge müssen umgeleitet werden, die Fahrzeiten zwischen den betroffenen Städten verlängern sich während der Bauarbeiten um 30 bis 45 Minuten.

Als erstes wird 2019 der Abschnitt Hannover-Göttingen sechs Monate lang gesperrt – vom 11. Juni bis 14. Dezember. Es folgt die Strecke Mannheim-Stuttgart, die vom 10. April bis 31. Oktober 2020 nicht befahrbar sein wird. Der Abschnitt Göttingen-Kassel wird von April bis Juli 2021 unterbrochen. Dann kommt im Jahr 2022 die Trasse Fulda-Würzburg dran und schließlich 2023 der Gleisstrang von Kassel nach Fulda.

ICE brauchen 30 bis 45 Minuten länger

Die Bahn warb um Verständnis für die Serie von Großbaustellen. Sie sei unvermeidbar: Die beiden ICE-Strecken seien seit ihrer Eröffnung 1991 im Dauerbetrieb. Auf der 327 Kilometer langen Trasse zwischen Hannover und Würzburg fahren täglich 110 Fernzüge mit rund 42.000 Reisenden durch Niedersachsen, Hessen und Bayern, außerdem im Durchschnitt 26 Güterzüge. Noch höher ist Belastung auf den 99 Kilometern von Mannheim nach Stuttgart: Dort verkehren jeden Tag 185 Fernzüge mit 66.000 Fahrgästen, hinzu kommen 24 Güterzüge.

Bei den Bauarbeiten werden Gleise, Weichen, Schotter, aber auch die Oberleitungsmasten sowie die Strom- und Sicherungstechnik erneuert. Für die Arbeiten von Hannover bis Göttingen hat die Bahn 175 Mio. Euro veranschlagt. Die Sanierung der gesamten Strecke von Hannover nach Würzburg soll 640 Mio. Euro kosten. Die Trasse Mannheim-Stuttgart wird für 185 Mio. Euro auf Vordermann gebracht. Da es sich um eine sogenannte Ersatzinvestition handelt, übernimmt der Eigentümer Bund die Kosten fast vollständig, wie ein Bahnsprecher erläuterte.

Auch Hamburg–Frankfurt gestört

Auch alle Fahrgäste, deren Verbindungen über die gesperrten Strecken fahren, werden länger unterwegs sein. Zu diesen Routen gehören zum Beispiel Hamburg-Frankfurt, Berlin-Frankfurt und Frankfurt-München. Weil auf den Umleitungsstrecken weniger Züge Platz haben, können dort auch weniger ICE und Intercitys eingesetzt werden als sonst üblich. Die Bahn will Inhaber von Zeitkarten und der Bahncard 100, die zu Fahrten auf dem gesamten Netz berechtigt, finanziell entschädigen. In welchem Umfang das geschieht, steht noch nicht fest, wie der Sprecher sagte.

Weitere Business Travel-News

Schottischer Regionalflieger
(0)

Loganair plant zwei Ziele in Deutschland

Die Airline nimmt im kommenden Jahr moderne Embraer-Jets in ihre Flotte auf. Sie sollen einen Ausbau des europäischen Streckennetzes ermöglichen. mehr

 

Wenige Slots, Pilotenmangel, nahender Brexit
(0)

Wachstum macht Regional-Fluggesellschaften zu schaffen

Edinburgh, die schottische Hauptstadt seit 1350, stand schon immer für Autonomie, freien Handel und Individualität. Vielleicht ein Zufall in Zeiten des nahenden Brexit, dass sich der Verband der regionalen Airlines gerade Edinburgh als Tagungsort ausgesucht hatte? mehr

 

ICE-Strecke Köln–Frankfurt
(0)

Samstag rollen wieder die ersten Züge

Etwa eine Woche, nachdem ein Brand im ICE ausgebrochen war, ist die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Köln und Frankfurt wieder befahrbar. Zunächst allerdings nur in einem beschränkten Ausmaß. mehr

 

München–Ankara
(0)

Lufthansa übergibt an Sun Express

Elfmal pro Woche war die größte deutsche Fluggesellschaft in die türkische Stadt geflogen. Dies war offenbar nicht mehr rentabel. mehr

 
© 2018 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Impressum AGB Datenschutz Kontakt Media