Interview mit KLM-Chef Elbers

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„Die Air-France-Streiks schaden auch uns“

Soziale Medien, Präsenz in Deutschland und Streiks beim Bündnispartner: BizTravel und fvw haben mit KLM-Chef Pieter Elbers über aktuelle Fragen gesprochen.

11.07.2018, 09:24 Uhr
Pieter Elbers führt als CEO KLM.
Foto: Andreas W. Schulz

Als die älteste Fluggesellschaft der Welt feiert die niederländische KLM im Oktober 2019 ihr 100-jähriges Bestehen. Als „in die Jahre gekommen“ sieht sich die Airline dennoch nicht, im Gegenteil, bei vielen entscheidenden Episoden in der Zivilluftfahrt galt und gilt sie nach wie vor als Pionier. Andreas W. Schulz hat mit KLM-Chef Pieter Elbers gesprochen.

KLM setzt bereits seit 2010 auf soziale Medien. Welchen Gewinn hat das für Sie gebracht?

Pieter Elbers: Unsere Philosophie ist, dort zu sein, wo unsere Kunden sind. Der Reisende von heute nutzt viel mehr die neuen Medien, um seine Reise perfekt zu gestalten. Wir wollen mit ihm kommunizieren, um ihm dabei zu helfen. Heute haben vor allem die Geschäftsreisenden ihre mobilen Geräte permanent dabei, also sind wir in den entsprechenden Plattformen präsent, sprechen ihre Sprache.

Wie sehen Sie Ihre Airline auf dem deutschen Markt positioniert?

Elbers: KLM fliegt von zehn deutschen Airports zu ihrem Drehkreuz nach Amsterdam. Wir haben eine große Zahl loyaler Kunden in Deutschland, besonders außerhalb des Einzugsgebiets von Frankfurt. Besonders unser jüngstes Ziel Dresden ist gut im Markt aufgenommen worden. Wir haben regelmäßig Kontakt gerade zu unseren Geschäftskunden – und ihr Feedback ist uns sehr wichtig. Dabei haben wir festgestellt, das Frequenzen, Kapazität, ein stressfreier Transfer in Schiphol, Lounges und ein gutes Frequent Flyer Program ganz oben auf der Liste stehen.

Nicht immer steht es zwischen Air France und Ihnen zum Besten. Belasten die Streiks in Frankreich auch KLM?

Elbers: Eine starke Air France ist auch gut für KLM. Streiks belasten natürlich das Image, besonders dann, wenn unter einer Identität wie Air France-KLM in ausländischen Märkten aufgetreten wird. Das hat KLM nicht sonderlich geholfen. Große Airlines neu auszurichten, ist immer eine Herkulesaufgabe, die auch viel Unruhe im Unternehmen erzeugt. Bei Lufthansa ist das keine Ausnahme. Wir arbeiten bei Air France-KLM intensiv daran, die negativen Effekte so klein wie möglich zu halten.

Als Juniorpartner im Bündnis hat KLM bisher keinen Chef gestellt. Könnte das mal anders sein?

Elbers: Klar, warum nicht? Das entscheidet der Aufsichtsrat.

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