Jagd auf den Greyhound

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Flixbus greift auf dem US-Markt an

Den deutschen und europäischen Markt hat Flixbus im Schnelldurchgang aufgerollt, nun soll die Expansion nach Amerika das Start-up zum Global Player machen. Doch der US-Markt ist schwieriges Terrain.

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15.05.2018, 11:52 Uhr
Rollen nun auch durch die USA: Die grünen Busse von Flixbus.
Foto: Flixbus

In den USA haben Fernbusse viel Tradition, aber einen schlechten Ruf als Reiseoption für Leute, die sich kein Flug- oder Zugticket leisten können. Der Greyhound-Bus – häufig besungen und in Hollywood-Filmen gezeigt – ist zwar ein fester Bestandteil der US-Popkultur. In der Realität machen ramponierte Sitze und stinkende Bordtoiletten die langen Fahrten durch das weite Land aber immer noch oft genug schwer erträglich. Doch die Branche hat den Kampf gegen das Schmuddel-Image aufgenommen und mit Flixbus bringt nun ein deutscher Anbieter frischen Wind, der bereits Europa kräftig aufgemischt hat.

Am heutigen Dienstag soll in Los Angeles, wo Flixbus seinen US-Sitz bezogen hat, der Startschuss für die Expansion erfolgen. Man wolle eine „preiswerte und umweltfreundliche“ Alternative für amerikanische Fahrgäste sein, so Flixbus-Chef André Schwämmlein. Das klingt nett und zurückhaltend, ist aber durchaus als Kampfansage an die US-Konkurrenz zu verstehen. Denn Flixbus hat den europäischen Markt bereits im Sturm erobert. Erst 2013 gegründet, entwickelte sich der Anbieter – auch dank der Fusion mit dem damaligen deutschen Marktführer Mein Fernbus – rasch zum größten Busnetzwerk Europas.

Flixbus steuerte Ende 2017 nach eigenen Angaben mit rund 250.000 Verbindungen pro Tag 1700 Ziele in 28 Ländern an. Rund 40 Mio. Fahrgäste sind demnach im vergangenen Jahr mit den hellgrünen Bussen unterwegs gewesen. In Deutschland liegt der Marktanteil bei über 90 Prozent. Das Unternehmen vermarktet sich clever: Flixbus hat sich ein Image als Innovator aufgebaut, der die angestaubte Fernbus-Branche ins Zeitalter der Digitalisierung führt und durch Experimente mit Elektrobussen im Öko-Trend liegt. In den USA präsentiert man sich als „deutsches Start-up, das sich Richtung Silicon Valley bewegt“.

Dass sich Flixbus gezielt von klassischen Busunternehmen abgrenzt und als dynamischer Tech-Player positioniert, ist aber mehr als PR-Strategie. Das zeigen das Geschäftsmodell und die Finanzierung durch Wagniskapitalgeber. So spart sich Flixbus eine kostenintensive Busflotte und heuert stattdessen externe Firmen für den Fahrbetrieb an. Das Modell, das an den Taxiersatzdienst Uber erinnert, wurde zwar auch vom britischen Rivalen National Express geprägt, doch Flixbus besetzt damit nun erfolgreich das Trend-Thema „Sharing Economy“.

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