Jahresergebnis 2017

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Etihad Airways verringert Verluste

Noch hat die in Abu Dhabi beheimatete Etihad Airways einen weiten Weg vor sich. Aber die Gesundung des Kerngeschäftes kommt langsam voran – abseits der Riesenverluste, die die Ausstiege bei Alitalia und Air Berlin verursachten.

von Lutz Schmidt, 14.06.2018, 14:29 Uhr
Etihad Airways hat im vergangenen Jahr zwölf neue Jets erhalten und 16 ältere abgegeben. Dadurch verringerte sich das Durchschnittsalter der Flotte auf nunmehr sechs Jahre.
Foto: imago/i Images

Wie teuer den National Carrier der Vereinigten Arabischen Emirate, Etihad Airways, das Europa-Abenteuer insgesamt kommen wird, steht noch nicht fest. Regressforderungen anderer Air-Berlin-Anteilseigner und -Gläubiger werden noch gerichtlich geklärt. Es drohen hunderte Millionen Euro an zusätzlichen Verpflichtungen. Darüber geben die nun vorgelegten Zahlen fürs Geschäftsjahr 2017 keinerlei Aufschluss, für das eigene Fluggeschäft allerdings schon.

So kommt Etihad Airways für 2017 auf einen Gesamtumsatz von 6,1 Mrd. US-Dollar (5,2 Mrd. Euro), was einen Anstieg von lediglich 1,9 Prozent bedeutet. Unter dem Strich gelang es wiederum nicht, einen Gewinn zu erwirtschaften. Vielmehr entstand aus dem eigenen Kerngeschäft ein Verlust von 1,5 Mrd. Dollar (1,3 Mrd. Euro). Das ist gegenüber dem Geschäftsjahr 2016 immerhin eine Ergebnisverbesserung von 432 Mio. Dollar (366 Mio. Euro).

Der Verlust hätte zudem noch weiter eingedämmt werden können, wenn nicht die Kerosinrechnung um 337 Mio. Dollar (285 Mio. Euro) angestiegen wäre. Andererseits konnten die allgemeinen Verwaltungskosten um 14 Prozent beziehungsweise 162 Mio. Dollar (137 Mio. Euro) gesenkt werden. So spricht auch Tony Douglas, Group Chief Executive Officer der Etihad Group, von guten Fortschritten, die Kostenbasis zu senken, den Cash-flow zu verbessern und die Ergebnisrechnung zu verbessern.

Aktuell setzt Etihad Airways 110 Jets ein, 2017 waren es noch 115 und 2016 sogar 119 Maschinen. Nichtsdestotrotz wird auch weiterhin stark in neue Jets investiert. Allein im vergangenen Jahr wurden zwölf neue Maschinen, darunter zwei Airbus A-380 und neun Boeing B-787-9 (Dreamliner) eingeflottet, die 16 ältere Jets ersetzten. Dadurch verringerte sich das Durchschnittsalter der Flotte auf sechs Jahre, was im internationalen Vergleich ein niedriger Wert ist.

Zuversichtlich zeigt sich der gebürtige Schweizer Peter Baumgartner, der als CEO Etihad Airways führt. Er freut sich besonders darüber, dass in einem harten Wettbewerbsumfeld der Yield, also der Durchschnittsertrag je Passagier, um „sehr gesunde neun Prozent“ im Jahresendquartal 2017 gestiegen ist. Dies im Zusammenspiel mit einer strikten Kostenkontrolle und einer konservativen Kapazitätspolitik dürfte zu einer stärkeren Ergebnisverbesserung in diesem Jahr führen. Vielleicht gelingt es ja sogar, den Verlust auf umgerechnet unter eine Milliarde Euro zu drücken.

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