Keine Preistreiberei

(0)

Zypries warnt vor „Lufthansa-Bashing“

Nach dem Aus von Air Berlin sind die Ticketpreise gestiegen, so Kundenbeschwerden. Die Lufthansa wehrte sich gegen Vorwürfe. Die Wirtschaftsministerin bezieht klar Position.

07.12.2017, 11:06 Uhr
Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries verteidigt die Lufthansa.
Foto: Jenny Baeck

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries hat die Lufthansa angesichts von Vorwürfen der Preistreiberei nach dem Aus des Konkurrenten Air Berlin in Schutz genommen. „Es gibt auch viel ungerechtfertigte Kritik an Lufthansa, manchmal sogar eine Art ‚Lufthansa-Bashing’“, sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Kundenbeschwerden hatte das Bundeskartellamt angekündigt, die Preispolitik zu prüfen. Die Lufthansa hatte sich gegen den Eindruck gewehrt, dass sie in der Folge der Air-Berlin-Pleite die Ticketpreise nach oben getrieben habe. Nach dem Ausscheiden von Air Berlin fehlen jeden Tag Zehntausende Sitze im Flugverkehr.

„Ich empfinde das manchmal als eine verdrehte Diskussion“, sagte Zypries. „So hat beispielsweise niemand ein Interesse daran, dass 80 Flugzeuge lange Zeit am Boden stehen und nicht fliegen dürfen, denn das verknappt das Angebot und verteuert die Preise. Solange die Kartellprüfungen noch laufen, dürfen die Flieger aber nicht genutzt werden, da kann die Lufthansa nichts dafür.“

Die geschäftsführende Ministerin fügte hinzu: „Es geht manchmal schlicht unter, dass es das Management von Air Berlin in den vergangenen Jahren, ja fast Jahrzehnten, war, das es nicht geschafft hat, das Unternehmen positiv zu entwickeln. Das ist nicht die Schuld von Lufthansa.“

Der deutsche Marktführer will mit den Teilgesellschaften LG Walter und Niki für 210 Mio. Euro einen erheblichen Teil des Flugbetriebs von Air Berlin mit 81 Jets und den dazugehörigen Verkehrsrechten übernehmen. Die EU-Kommission prüft derzeit, ob Wettbewerbsverzerrungen oder Nachteile für Verbraucher entstehen könnten. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte 1000 neue innerdeutsche Flüge pro Monat angekündigt, sobald die EU-Wettbewerbsbehörde grünes Licht für die Übernahme von großen Teilen der Air Berlin gebe. Dann würden sich auch die Preise wieder stabilisieren.

Zypries sagte mit Blick auf wettbewerbsrechtliche Bedenken der EU-Kommission: „Die EU-Kartellbehörde prüft natürlich unabhängig. Im Sinne der Beschäftigten hoffen wir aber, dass dies möglichst zügig vonstatten geht und am Ende eine gute und wettbewerbssichernde Lösung steht.“ Sie hoffe, dass es am 21. Dezember eine Entscheidung gebe.

Der Lufthansa-Konzern hatte im EU-Kartellverfahren weitgehende Zugeständnisse gemacht, um die Air-Berlin-Tochter Niki doch noch übernehmen zu dürfen. Mit dem Verzicht auf Start- und Landerechte will Lufthansa wettbewerbsrechtliche Bedenken der Kommission zerstreuen. Die Entscheidungsfrist auch zur Übernahme weiterer Teile der insolventen Air Berlin läuft bis zum 21. Dezember. Die EU-Kommission könnte sich aber auch noch für eine vertiefte Prüfung des Kartellantrags entscheiden, die dann noch einmal 90 Arbeitstage dauern würde. (dpa)

Weitere Business Travel-News

Statt Plakette
(0)

Autoreisende müssen sich in Brüssel für Umweltzone registrieren

Online-Registrierung statt Plakette: In Brüssel gibt es seit Jahresbeginn eine Umweltzone. Von August an müssen sich Autofahrer online anmelden. mehr

 

Doppelspitze
(0)

Carmen Dücker führt Best Western Hotels

Bislang wurden die Best Western Hotels in Zentraleuropa von Marcus Smola geführt. Jetzt rückt seine bisherige Stellvertreterin zur gleichberechtigten Geschäftsführerin auf. mehr

 

ADV-Statistik für Mai
(0)

Deutsche Airports büßen Wachstumstempo ein

Nachlassende Dynamik und ein Einbruch im innerdeutschen Verkehr – die aktuellen Stichworte zur Entwicklung deutscher Flughäfen sind nicht mehr so positiv wie zuvor. Und: Die Statistiker blicken skeptischer in die Zukunft. mehr

 

Anzeigen-Kampagne
(0)

Branche entschuldigt sich für Flugchaos

Die Airline-Branche in Deutschland bangt um ihren guten Ruf. Nachdem sich Lufthansa und Eurowings bereits schriftlich bei den Kunden für das Flugchaos entschuldigt haben, legt nun der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), geführt von Klaus-Dieter Scheurle, nach. mehr

 
© 2018 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Impressum AGB Datenschutz Kontakt Media