Kontrolleure

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An deutschen Flughäfen drohen neue Streiks

Unzufrieden mit ihren Gehältern zeigen sich die Kontrolleure an den Sicherheitsschleusen. Sollten Sie wie angedroht in den Ausstand treten, legen sie den gesamten Flughafen lahm. Die Verhandlungen gehen morgen in ihre dritte Runde.

04.12.2018, 09:46 Uhr
Ihr Job ist stressig, und bei vielen Passagieren sind sie nicht gerade beliebt: Sicherheitskontrolleure an Flughäfen.
Foto: Getty Images

Die Gewerkschaft Verdi fordert 20 Euro Stundengrundlohn für alle. Sollte es nicht mindestens zu einem Kompromiss mit den Arbeitgebern kommen, drohen in den kommenden Wochen Probleme im deutschen Luftverkehr. Es geht um rund 23.000 Beschäftigte, die Passagiere, Personal und Fracht an den Zugängen zum Sicherheitsbereich kontrollieren und unterstützen.

Vor allem die rund 19.000 Luftsicherheitsassistenten sind wegen ihrer Streikmacht gefürchtet und haben bereits in den vergangenen Jahren kräftige Gehaltszuwächse durchgesetzt. Für den reibungslosen Flugbetrieb sind sie genauso unverzichtbar wie Piloten, Flugbegleiter oder Lotsen.

Die Verhandlungen, die an diesem Mittwoch in die dritte Runde gehen, sind kompliziert. Dem neu gegründeten Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) sitzen in getrennten Verhandlungen die Gewerkschaften Verdi und Deutscher Beamtenbund (DBB)/Komba gegenüber, die durchaus unterschiedliche Vorstellungen haben. Zudem wollen alle drei Partner bundesweite Regelungen finden, während es aktuell noch 14 regionale Tarifwerke mit höchst unterschiedlichen Lohnhöhen gibt.

Zahlen muss in allen Fällen der Passagier, weil die Kosten für die Kontrollen über Gebühren auf den Ticketpreis geschlagen werden.

„Die Leute müssen für ihren anspruchsvollen und wichtigen Job einfach gut bezahlt werden. Und sie brauchen auch Perspektiven“, sagt DBB-Verhandlungsführer Volker Geyer. Seine Gewerkschaft verlangt zusätzliche Tarifgruppen für Gruppenleiter oder Ausbilder. „Die Arbeitgeber lösen das bislang viel lieber mit Zulagen. Das wollen wir ändern.“

Die Beschäftigten, für die Verdi 20 Euro und DBB/Komba 19,50 Euro einheitlichen Stundenlohn fordern, verdienen derzeit in einer Spanne zwischen 11,30 Euro (Gepäck- und Personalkontrolleure in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt) und 17,16 Euro (Passagierkontrolleure in Baden-Württemberg). Die Verdi-Forderungen belaufen sich damit auf sportliche Steigerungen zwischen 77 und 17 Prozent zuzüglich höherer Zulagen. Im Sommer wurden Aushilfen aber auch schon mit Stundenlöhnen von bis zu 19,50 Euro geködert, so dass die geforderte Marke doch nicht so weit weg scheint.

Brisanz gewinnt der Konflikt, weil die Gewerkschaften gleiche Bezahlung für Passagierkontrolleure und die bislang geringer entlohnten Assistenten für Fracht und Personal verlangen. Die beiden Gruppen werden nach dem Luftsicherheitsgesetz bislang unterschiedlich ausgebildet. Nur die Kontrolleure mit Passagierkontakt werden für ihre Tätigkeit von der Bundespolizei mit hoheitlichen Rechten „beliehen“. (dpa)

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