Lufthansa

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Niederlage vor Bundeskartellamt

Die Fluggesellschaft erleidet eine herbe Schlappe: Sie darf Firmenkunden nicht mehr nach deren Konditionen bei Konkurrenz-Airlines fragen.

von Oliver Graue, 21.12.2012, 09:18 Uhr
Das Bundeskartellamt weist Lufthansa in die Schranken.
Foto: Bundeskartellamt

Das Bundeskartellamt hat Lufthansa verpflichtet, bestimmte Klauseln aus bestehenden und zukünftigen Firmenkundenverträgen zu entfernen. Ausgangspunkt des Verfahrens waren Beschwerden von zahlreichen Firmenkunden der deutschen Airline sowie der Reisestelle des Bundes. „Die Klauseln verschafften Lufthansa den Zugang zu wettbewerbsrelevanten Daten von Konkurrenzunternehmen", erklärt Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: "Um bei Lufthansa in den Genuss bestimmter Rabatte zu kommen, mussten Großkunden diese Daten zur Verfügung stellen. Dabei ging es nicht nur um Informationen über die Flüge mit Lufthansa und deren Partnern sondern insbesondere auch um die Verkaufsdaten für Flugbuchungen mit Wettbewerbern.“

Mit dieser Praxis habe Lufthansa gegen das deutsche Kartellrecht verstoßen, sagt Mundt. Die Airline habe auf diese Weise die Konkurrenz ausspähen und den Wettbewerb auf bestimmten Strecken verfälschen können.

In dem Kartell-Verfahren ging es um die Verträge mit rund 800 Firmenkunden. Lufthansa erklärte sich in einer Reaktion auf die Entscheidung bereit, auf die Klauseln zu verzichten. Man habe sich jedoch auch in der Vergangenheit stets regelkonform verhalten. Die Daten seien zwar abgefragt, nicht aber innerhalb des Konzerns weitergegeben worden. Dies sei durch eine "Chinesische Mauer" in den Computersystemen sichergestellt worden. Firmenkunden hatten daraufhin ironisch bemerkt, dass auch die Chinesische Mauer Lücken habe.

Wie mehrfach in der Vergangenheit berichtet, mussten Lufthansa-Kunden, um Rabatte zu erhalten, alle über die Firmenkreditkarte abgewickelten Verkaufsdaten von Flügen der Airline überlassen – auch solche, die sich auf direkte Konkurrenten der Fluggesellschaft bezogen. Einige Unternehmen wie VW hatten sich geweigert, diese Daten zu liefern und dadurch die Firmenkonditionen bei Lufthansa verloren.

Der Verband deutsches Reisemanagement (VDR), der in diesem Sinne aktiv geworden war, lobte die Entwicklung als "großen Schritt zu mehr Transparenz", so Präsident Dirk Gerdom. Firmenkunden empfiehlt der VDR, sich gemeinsam mit ihren Rechtsabteilungen die Vereinbarungen anzusehen und sich mit der Lufthansa in Verbindung zu setzen, um bestehende Verträge zu ändern und bei künftigen Verhandlungen auf die entsprechenden Klauseln zu achten.

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