Naturkatastrophe

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Regenfluten fordern in Japan über 100 Menschenleben

Die Zahlen werden immer dramatischer: Schon 112 Menschen sind bei Überschwemmungen in Japan ums Leben gekommen. Dutzende werden noch vermisst. Doch schon nähert sich der nächste Sturm.

09.07.2018, 16:06 Uhr

Bei heftigen Unwettern in Japan sind mindestens 112 Menschen ums Leben gekommen. Die Opferzahl könnte noch weiter steigen. Nach aktuellen Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo werden noch etwa 80 Menschen vermisst. Damit sind die Überschwemmungen die schlimmste Naturkatastrophe in Japan seit dem verheerenden Erdbeben und Tsunami im März vor sieben Jahren.

Rettungsmannschaften arbeiteten rund um die Uhr. Mindestens elf Opfer seien allein am Montag in überschwemmten Wohngebieten der Stadt Kurashiki im Westen des Landes gefunden worden, berichtet Kyodo News. Der heftige Regen hat seit Donnerstag Straßen überflutet und Erdrutsche ausgelöst. Allein im Bezirk Mabicho standen 4600 Häuser unter Wasser. Auf Fernsehbildern waren überflutete und weggeschwemmte Häuser zu sehen, auch Autos wurden weggespült.

Zehntausende Menschen wurden in Notunterkünften untergebracht, wie die Regierung mitteilte. Insgesamt 54.000 Rettungskräfte sind nach Angaben der Regierung im Einsatz, darunter Soldaten und Polizisten. Besonders betroffen von den starken Regenfällen war die Region um die Millionenstadt Hiroshima. Allein dort gab es nach Angaben des Nachrichtensenders NHK 44 Tote.

Eine Regenfront hatte im Westen Japans für extrem hohe Niederschlagsmengen gesorgt. Ministerpräsident Shinzo Abe sagte wegen der Überschwemmungen Medienberichten zufolge seine geplante Reise nach Europa und in den Nahen Osten ab. Unter anderem war in Brüssel die Unterzeichnung eines Handelsabkommens mit der EU angesetzt. Nach Angaben von EU-Kommissionssprecher Margaritis Schinas soll das Treffen nun am 17. Juli in Tokio stattfinden.

Entspannung ist noch nicht in Sicht: Taifun „Maria“ bewegt sich von Süden in Richtung Japan. Der Sturm wirbelt nach Angaben japanischer Meteorologen Böen mit Spitzen-Windgeschwindigkeiten von 252 Kilometer pro Stunde. Die Behörden warnten vor hohen Wellen und starkem Wind auf der südlichen Inselkette Okinawa.

2011 waren insgesamt mehr als 18.500 Menschen ums Leben gekommen. Beben und Tsunami lösten damals das Unglück im Atomkraftwerk Fukushima aus. (dpa)

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