Piloten und Flugbegleiter

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Deutsche Ryanair-Mitarbeiter starten Streik

Piloten und Flugbegleiter ziehen an einem Strang: Beide Berufsgruppen haben mit ihrem Streik bei der Billig-Airline Ryanair in Deutschland begonnen. Schon am Morgen blieben viele Maschinen am Boden.

12.09.2018, 09:46 Uhr
An vielen Flughäfen in Deutschland bleiben am Mittwoch die Ryanair-Schalter geschlossen.
Foto: imago/Chris Emil Janflen

Wegen des Streiks der Piloten und Flugbegleiter von Ryanair in Deutschland sind am heutigen Mittwoch bereits etliche Verbindungen ausgefallen. Am frühen Morgen begann ein 24-stündiger Ausstand der Beschäftigten der irischen Billig-Airline. Mehrere Maschinen seien am Boden geblieben, berichtete eine Sprecherin von Verdi in Frankfurt. In Berlin betonte die Dienstleistungsgewerkschaft die hohe Streikbereitschaft an den Flughäfen Tegel und Schönefeld.

Laut der Pilotengewerkschaft VC soll der Arbeitskampf vor allem die großen Ryanair-Standorte lahmlegen. „Es sind alle zwölf deutschen Basen betroffen, besonders die großen in Frankfurt/Rhein-Main, Hahn und an den Berliner Flughäfen“, sagte der Vizechef der Vereinigung Cockpit (VC), Markus Wahl. „Da kommt es verstärkt zu Ausfällen.“

Der Streik dauert bis Donnerstag um 2.59 Uhr. Ryanair-Passagiere in Deutschland müssen daher mit Flugausfällen und Verspätungen rechnen. Bei dem Ausstand geht es um erstmalig abzuschließende Tarifverträge für höhere Gehälter sowie bessere Arbeitsbedingungen.

Die Fluggesellschaft hatte nach der Ankündigung 150 von 400 geplanten Flügen von und nach Deutschland gestrichen und nach eigenen Angaben alle betroffenen Kunden informiert. Die übrigen Flüge fänden statt, hatte Ryanair-Organisationschef Peter Bellew am gestrigen Dienstag versprochen. Eine Liste der Streichungen veröffentlichte die Airline jedoch nicht.

Insgesamt steuert Ryanair 19 deutsche Flughäfen an. Passagiere können dem Unternehmen zufolge kostenfrei umbuchen oder den Ticketpreis zurückerhalten. Darüber hinausgehenden Schadenersatz lehnt die Gesellschaft unter Verweis auf EU-Recht ab, sie lässt es in dieser Frage auf einen Prozess mit dem Flugrechte-Portal AirHelp ankommen.

An den Berliner Airports Schönefeld und Tegel seien mehr als die Hälfte der Flüge annulliert worden, sagte ein Verdi-Sprecher am Morgen. Dutzende Flugbegleiter hätten sich mit Transparenten in Schönefeld versammelt.

In Nordrhein-Westfalen strich Ryanair in Köln/Bonn nach Angaben eines Flughafensprechers zunächst 20 seiner geplanten 56 Starts und Landungen. In Weeze sollten nach den Worten eines Sprechers 12 der 28 Ryanair-Flüge ausfallen.

In Hamburg gab es dagegen bisher kaum Auswirkungen auf den Flugverkehr, nur bei 2 der dort 14 vorgesehenen Flüge erwartete der Airport Ausfälle. In Bayern waren München und Memmingen nicht vom Streik betroffen, während in Nürnberg sechs der zwanzig Ryanair-Verbindungen ausfallen sollten.

„Wir glauben, dass wir erfolgreich sein können und dass Ryanair an den Verhandlungstisch zurückkehrt“, sagte VC-Mann Wahl. Etwas Besonderes sei diesmal die gemeinsame Koordination der Aktion mit den Kollegen des Kabinenpersonals. „Man sieht dadurch, wie prekär die Situation bei Ryanair offensichtlich ist“, meinte der Gewerkschafter. (dpa)

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