Qatar Airways

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Trotz Blockade expandiert die Airline weiter

Auch wenn Umsatz und Gewinn deutlich leiden dürften – trotz äußerer Abschottung des Emirats wächst Qatar Airways weiter, setzt auf kurze Umsteigezeiten und neue Strecken.

von Andreas W. Schulz, 13.07.2018, 11:44 Uhr
Akbar Al Baker
Foto: Andreas W. Schulz

Als Anfang Juni im vergangenen Jahr der erfolgsverwöhnte Chef von Qatar Airways, Akbar Al Baker, überstürzt von der 73. Jahrestagung der IATA in Cancun zurück nach Doha reiste, hatte er gerade erfahren, dass über sein Land eine totale Blockade verhängt worden war. Dahinter steckten die Nachbarstaaten Vereinigte Arabische Emirate, Bahrein, Saudi Arabien und Ägypten. Eine dramatische Entwicklung, die besonders die Staats-Airline Qatar Airways schwer treffen würde: Auch die meisten Luftkorridore waren dicht!

Heute, existiert die Blockade nach wie vor, Lösungen auch seitens der völkerrechtlichen Institutionen gibt es nicht. Eine ungewohnte Krise für Katar, das reichste Land der Welt – und für seine Fluggesellschaft.

Der nicht um deutliche Worte und Emotionen verlegene Al Baker hatte dann auch bald einen Vergleich parat, als er die Blockade mit der Isolation von Berlin verglich, als die Stadt nur noch aus der Luft versorgt werden konnte. Auch jetzt gibt es nur wenige für Qatar Airways freie Luftkorridore, die den Anflug auf Doha und den Flughafen Hamad International (HIA) gestatten.

Mit einem Mal waren nicht nur wichtige Märkte für die Airline weggebrochen, auch mussten Flugzeuge neu disponiert und große Umwege geflogen werden. Noch im Jahresbericht 2017 hatte die Fluggesellschaft einen stolzen Jahresüberschuss von 21,7% gegenüber dem Vorjahr ausgewiesen. Der eigentlich schon fällige Jahresbericht 2018 steht immer noch aus.

Al Baker selbst deutete im März diesen Jahres bereits an, dass mit „erheblichen Verlusten gerechnet werden könnte, bedingt durch die Blockade“. Trotzdem ist das tägliche Leben davon in Katar bisher relativ wenig betroffen. Gigantische Bauprojekte wie die zur WM 2022 schreiten scheinbar ungerührt voran, die Läden und Basare bieten Waren im Überfluss. Auch Qatar Airways selbst ist weiter auf Expansionskurs, zumindest was die Flotte, neue Strecken und Produktinnovationen angeht.

Für Geschäftsreisende ist der Weg über den ebenfalls mit fünf Sternen ausgezeichneten HIA sogar zum Besten in Nahost ausgezeichnet worden, das Umsteigen gilt als unkompliziert und effizient. „Trotz der herausfordernden Situation hat sich die Flexibilität von HIA behauptet, seine Qualität den Passagieren weiterhin anzubieten“, wirbt denn auch Flughafen-COO Badr Mohammed Al Meer. „Bis 2022 erwarten wir mehr als 50 Millionen Fluggäste im Jahr.“

Besonders stolz ist man auf die Sicherheitschecks und Screenings, die alle Transfer-Passagiere passieren müssen. „95 Prozent der Transfer-Passagiere haben eine Wartezeit von unter fünf Minuten“, so der Manager. Ein Grund dafür ist sicher, dass der Staat Katar alleiniger Eigentümer von Airline und Airport ist und somit keine Reibungsverluste entstehen.

Qatar Airways setzt weiter auf neue Streckeneröffnungen – „Business as usual“, wie Al-Baker selbstbewusst sagt. 150 weltweite Ziele werden angeflogen, und 90 Prozent der Flüge sollen innerhalb der üblichen 15 Minuten-Zeitspanne pünktlich sein. Gerade die Langstreckenflüge in der Business-Class werden speziell bei den Maschinen B-777-300ER, A-350-900 und A-350-1000 auf die „Qsuite“ umgerüstet. Nach Australien soll es ab 1. August damit einen täglichen Flug geben. Überhaupt sollen Australien und Neuseeland weiter augebaut werden. So steuert neben dem A-380 (Sydney, Melbourne und Perth) der A-350 täglich Adelaide an.

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