Südafrika-Wasserkrise

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„Stunde Null“ in Kapstadt droht nun erst im Juli

Die Abschaltung der Wasserversorgung droht Südafrikas Touristenmetropole Kapstadt nach neuestem Stand erst einen Monat später als bislang geplant. Die Tourismusbranche fordert Gäste auf, weiter zu kommen.

21.02.2018, 14:16 Uhr
Das Ellerman House liegt auf einem Hügel in Kapstadt.
Foto: Ellerman House

Die als „Stunde Null“ bezeichnete Abschaltung könne vom 4. Juni auf den 9. Juli verschoben werden, erklärte die Stadtverwaltung. Im Januar war noch der 21. April prognostiziert worden. Die jüngste Verschiebung war möglich, dank des geringeren Wasserverbrauchs und der Umleitung von Wasser aus der Region in eines der fast leeren Trinkwasserreservoire der Stadt.

Die Bürger dürften beim Wassersparen nicht nachlassen, erklärte die Stadtverwaltung. Wenn es im Winter – also den europäischen Sommermonaten – nicht ausreichend regne, müsste die „Stunde Null“ wieder vorgezogen werden. Der tägliche Wasserverbrauch in der Stadt lag der Verwaltung zufolge in der vergangenen Woche bei 523 Mio. Litern pro Tag. Die Stadt geht davon aus, dass eine Abschaltung der Versorgung auch bei anhaltender Dürre verhindert werden kann, wenn der tägliche Verbrauch auf 450 Mio. Liter fällt.

Die Tourismusbranche appelliere an internationale Besucher, auch in dieser Zeit in die südafrikanische Metropole zu kommen, teilte das Gästehaus Ellerman House mit. Laut Tourismusverband verbrauchten internationale Gäste in Kapstadt während der Hauptsaison sowieso nur 3,4 Prozent des gesamten Wasserverbrauchs und die Kapstädter Hotels, Bars und Restaurants hätten bereits vor Beginn der Krise gemeinsam umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um ihren Wasserverbrauch weiter drastisch zu reduzieren. Die Tourismusbranche schaffe in der südafrikanischen Stadt rund 320.000 Arbeitsplätze und erwirtschaftet mehr als 40 Mrd. Südafrikanische Rand pro Jahr.

Bürger in Kapstadt dürfen weiterhin nicht mehr als 50 Liter Frischwasser pro Tag verwenden – das muss fürs Trinken, Duschen, Putzen, Kochen und Klospülen reichen. In Deutschland liegt der Verbrauch bei mehr als 120 Litern pro Person und Tag. Sollte die Wasserversorgung eingestellt werden, bekämen die rund 4,5 Mio. Einwohner pro Tag je nur noch 25 Liter von geschützten Verteilzentren. (dpa/ASC)

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