Wegen Walfangs

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Udo Lindenberg fordert Färöer-Boykott

Beim Thema Walfang auf den Faröer-Inseln setzt TUI Cruises auf Aufklärung und Dialog. Tierschützern geht das nicht weit genug: Sie fordern einen touristischen Boykott der Inselgruppe. Auch Musiker Udo Lindenberg, der bald auf der Mein Schiff 3 auftreten wird, hat nun klar Stellung bezogen.

von Maxim Lewerenz, 23.08.2017, 14:37 Uhr
Udo Lindenberg tritt im September an Bord der Mein Schiff 3 auf.
Foto: TUI Cruises

Im September wird Panik-Rocker Udo Lindenberg samt Orchester und rund 2500 Fans mit der Mein Schiff 3 Richtung Dänemark in See stechen. Dann wird das TUI-Schiff wieder zum „Rockliner“. Bereits zum fünften Mal findet diese Themen-Kreuzfahrt statt. Doch da TUI Cruises auch die Färöer Inseln anläuft, wo Delfin- und Waljagd seit Jahrhunderten Tradition sind, ist Lindenberg nun ins Visier von Tierschützern geraten. Auf der Facebook-Seite des Musikers hat es in den vergangenen Tagen viele empörte Kommentare gegeben.

Das hängt auch damit zusammen, dass das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) vor kurzem vor der TUI-Unternehmenszentrale in Hamburg protestierte.

Nach dem öffentlichen Druck gab Lindenberg folgendes auf seiner Facebook-Seite bekannt: „Werde im Namen von euch allen meine ganze Power dafür einsetzen, dass TUI so schnell wie möglich die Färöer nicht mehr anfährt“, so der Musiker. Was das konkret heißen mag, ist noch nicht bekannt. Lindenberg hat sich jedenfalls in der Vergangenheit schon häufiger für Tierschutz-Themen stark gemacht.

TUI Cruises ist eine von nur noch wenigen Reedereien, die Kreuzfahrten zu den Färör-Inseln anbietet. Dennoch will das Unternehmen weiter lieber auf Aufklärungsarbeit und Dialog setzen – ein Insel-Boykott sei zum jetzigen Zeitpunkt keine Lösung. Aus der TUI-Zentrale heißt es: „Finden sich in unseren Fahrtgebieten artenschutzbedenkliche Praktiken, führen wir mit unseren Partnern vor Ort einen direkten Dialog. Das gilt auch für die Färöer-Inseln. Wir verurteilen die Ausübung der dortigen Waljagd aufs Schärfste, beobachten die Situation vor Ort genau und überprüfen jedes Jahr aufs Neue, ob wir die Inseln wie geplant anlaufen.“

Und weiter: „TUI Cruises setzt sich für den Meeresschutz ein und distanziert sich ausdrücklich vom Walfang und Walmord in jeder Form. Auf den Färöer haben wir uns vor Ort davon überzeugt, dass unser touristisches Angebot nichts mit dem dortigen Walfang zu tun hat. Zum Schutz der Wale kooperieren wir mit mehreren Organisationen, wie zum Beispiel International Fund for Animal Welfare (IFAW)“, so TUI Cruises in der offiziellen Stellungnahme.

Wie die Aufklärungsarbeit von TUI an Bord genau aussieht, ist den Info-Flyern zu entnehmen, die den Passagieren auf Fahrten zu den Färöer-Inseln ausgehändigt werden. Auf denen steht unter anderem: „Sie haben bei Ihrem Aufenthalt die Wahl und können bewusst auf den Verzehr von Gerichten mit Walfleisch verzichten und somit einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten.“ Es solle nicht nur aus moralischen Gründen auf Walfleisch verzichtet werden. Denn es besteht auch das Risiko, dass das Fleisch Spuren von PCB und Quecksilber enthalten könnte.

In dem Informationsblatt heißt es weiter: „Wir sind zudem davon überzeugt, dass einmalige Erlebnisse der artgerechten Walbeobachtung in natürlichen Lebensräumen zu einer bewussten Sensibilisierung unserer Gäste für die Notwendigkeit des Artenschutzes und für die Probleme der Meeresumwelt führen.“

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