Business-Knigge Litauen

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Wirtschaftlich geht es wieder bergauf

Das kleine Litauen ist im europäischen Vergleich zwar noch sehr arm. Allerdings gilt das Land als wettbewerbsfähig und legt wachstumsmäßig zu.

von Martin Jürs, 23.04.2018, 10:23 Uhr
Malerisches Memel: Ab Deutschland lässt sich die litauische Stadt sogar per Fähre erreichen.
Foto: Getty Images/iStockphoto

Das Thema Digitalisierung steht in Deutschland ganz oben auf der politischen Agenda. Tenor: bloß nicht den Anschluss verlieren. Litauen ist da schon ein wenig weiter. Schließlich verfügt der größte der drei baltischen Staaten über ein gut ausgebautes Glasfasernetz.

Von der digitalen Infrastruktur wird dabei fleißig Gebrauch gemacht. So nutzten 2016 fast 78 Prozent aller Litauer das World Wide Web. Der hohe Digitalisierungsgrad des wohl katholischsten Staates in Europa trägt dazu bei, dass das Land beim Global Competitive Index – einem Indikator zur Messung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit – Platz 41 von 137 belegt. Wirtschaftlich geht es in dem Ostsee-Anrainer, seit 2004 in der EU und seit 2015 Mitglied des Euroraums, zuletzt fast stetig bergauf. Das Bruttoinlandsprodukt legt pro Jahr zwischen zwei und drei Prozent zu. Zuletzt betrug es 38,5 Mrd. Euro.

In der Wirtschaft dominieren Handel und Dienstleistungen mit einem Anteil von 60 Prozent. Die Dominanz des tertiären Sektors mit seinen niedrigen Gehältern trägt allerdings auch dazu bei, dass gerade junge Litauer das Land verlassen. So ist die Bevölkerungszahl auch aufgrund der Arbeitsemigration von 1992 bis heute deutlich von 3,7 auf 2,8 Mio. zurückgegangen.

Zu beachten:

Männer tragen am besten Anzug und Krawatte, Frauen machen im Kostüm eine gute Business-Figur.

Pünktliches Erscheinen wird erwartet, alles andere gilt als unhöflich.

Man begrüßt und verabschiedet sich mit Handschlag. Auch ein Lächeln und Augenkontakt sind wichtig.

Geduld ist durchaus gefragt. Die direkte und offene Kommunikation ist eher unüblich, hier empfiehlt sich zunächst eine gewisse Zurückhaltung.

Die Beziehungen zu Russland sollten nicht angesprochen werden. Es empfehlen sich Themen wie Familie und Sport, hier insbesondere der Nationalsport Basketball.

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