Reisen nach Südamerika

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Business-Knigge für Bolivien

Bolivien zählt Deutschland zu seinen wichtigsten Handelspartnern – obwohl die Exporte gerade mal 118 Mio. Euro betragen.

von Martin Jürs, 14.02.2018, 12:39 Uhr
Seilbahn über La Paz
Foto: Getty Images

Zu den wirtschaftlichen Dickschiffen in Lateinamerika zählt Bolivien wahrlich nicht. Bezogen auf das Pro-Kopf-Einkommen, das zuletzt ohne den informellen Wirtschaftssektor offiziell bei 2900 Euro pro Jahr lag, gilt das Land sogar als ärmster Staat des Kontinents. Wobei das Entwicklungsland von der Weltbank zu den „low middle income countries“ (Länder mit niedrigem mittleren Einkommen) gezählt wird.

Dazu dürfte auch das ordentliche Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre beigetragen haben. So legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Boliviens zwischen 2006 und 2015 jedes Jahr um durchschnittlich etwa fünf Prozent zu. 2016 lag das BIP-Plus bei 4,4 Prozent. Bei der weiteren wirtschaftlichen Modernisierung wird Deutschland nach Ansicht des Auswärtigen Amtes mit zu den wichtigsten Partnern überhaupt gezählt, auch wenn das bilaterale Handelsvolumen bislang überschaubar ist.

Zuletzt lagen die bolivianischen Exporte nach Deutschland bei lediglich 118 Mio. Euro. Die Importe aus der Bundesrepublik in das lateinamerikanische Land mit seinen etwa elf Mio. Einwohnern betrugen etwa 159 Mio. Euro.

Nach Ansicht des deutschen Außenamtes zählen in Bolivien vor allem der Infrastrukturbereich, der Energie- und der Gesundheitssektor sowie der Bergbau zu den interessanten Investitionsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen.

Tipps und Tabus

Kleidung: Elegante und gepflegte Kleidung ist Pflicht. Männer tragen Jackett und Krawatte, Frauen Kleid oder Kostüm.

Pünktlichkeit: In Lateinamerika herrscht ein völlig anderes Zeitgefühl als in Mitteleuropa. Insofern beginnen geschäftliche Termine nicht unbedingt pünktlich.

Begrüßung: Man begrüßt sich mit einem herzlichen kräftigen Händedruck.

Verhandlungen: Geduld ist bei der Anbahnung von Geschäften gefragt. Durch Smalltalk gilt es zunächst eine gute Vertrauensbasis aufzubauen.

Tabus: Die indianische Bevölkerung sollte nicht als „Indios“, sondern besser als „Indigenas“ bezeichnet werden.

Quelle: Company Tip

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