Flugstorno

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So gibt’s Geld zurück

Auch bei nicht erstattbaren Tarifen haben Kunden Anspruch auf die Rückzahlung der Gebühren. Das ist nicht immer einfach.

von Oliver Graue, 17.09.2018, 11:16 Uhr

Der Termin muss ausfallen, weil der Gesprächspartner krank geworden ist. Oder einem selbst kommt etwas Wichtiges dazwischen: Es gibt viele Gründe, warum ein gebuchter Flug nicht angetreten werden kann. Glück für den, der von Anfang an einen (teureren) flexiblen Tarif gewählt hat: Dieser bietet die kostenfreie Umbuchung oder Stornierung. Wer sich jedoch für eine günstige restriktive Rate entschieden hat, der bleibt auf den reinen Flugkosten sitzen. Das hat kürzlich erst der Bundesgerichtshof entschieden (siehe BizTravel 2/18, S.30).

Doch während die Erstattung des Ticketpreises von den Fluggesellschaften zu Recht abgelehnt werden darf, sind sie verpflichtet, bei einer Stornierung die Gebühren an den Kunden zurückzuzahlen. Denn diese erheben sie lediglich im Auftrag Dritter (Flughafen, Flugsicherheit, Steuern etc.). Bleibt der Flugzeugsitz leer, fallen sie nicht an. Die Airline würde sich also ungerechtfertigt bereichern, wenn sie diese Gebühren einstecken würde.

Airlines direkt anmailen

Gerade bei Unternehmen kann hier ein ansehnlicher Betrag zusammenkommen. Wie hoch der Anteil der Steuern und Gebühren am Gesamtticketpreis ist, schlüsseln die meisten Fluggesellschaften bereits bei der Buchung auf – sie sind dazu übrigens auch gesetzlich verpflichtet. Firmen oder Geschäftsreisende können diesen Betrag dann direkt bei der Airline geltend machen. Das gilt auch, wenn der Flug über einen Mittler gebucht wurde, also ein Reisebüro oder ein Portal.

Vorbildlich verhalten sich in dieser Frage in aller Regel die großen etablierten Anbieter wie Lufthansa oder Eurowings. Sie schlüsseln den erstattungsfähigen Betrag nicht nur gesondert auf, sondern zahlen ihn auch meist problemlos zurück. Firmenkunden mailen die Fluggesellschaften entweder direkt an oder nutzen hierfür das Reisebüro als Partner.

Spezielle Gebühren-Listen

Manche Fluggesellschaften halten für ihre Vertragspartner sogar spezielle Listen parat, in denen die nicht angetretenen Flüge eingetragen werden müssen. Eurowings beispielsweise weist dann die entsprechenden Gebührenrückerstattungen an. In der Regel werden diese Summen dem Zahlungsmittel gutgeschrieben, welches die Firma bei der Buchung eingesetzt hat. Meistens ist dies die Reisestellenkarte.

Problematisch scheint die Rückerstattung hingegen bei den Billigfliegern zu sein. Darauf weist die Stiftung Warentest hin. Bei Anbietern wie Ryanair oder Wizz Air mangele es bereits an der transparenten Aufschlüsselung des Ticketpreises. Wer dennoch die Höhe der Gebühren ermittelt hat und zurückfordert, dem stellen die Billigflieger immense „Bearbeitungsgebühren“ in Rechnung, die den Aufwand oft nicht mehr rechtfertigen. Am Ende hilft hier laut Stiftung Warentest nur die Einschaltung eines Anwalts. Wer will, kann sich auch an eines der Portale wenden, die das Geldeinfordern zu ihrem Geschäftsmodell gemacht haben – gegen Provision natürlich.

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