Was Geschäftsreisende wirklich wollen

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Stress lass nach!

Wenn Reiserichtlinien einen zu großen Stress bedeuten, wird gern gegen sie verstoßen. Travel Manager sollten daher verstärkt auf Reisekomfort achten.

von Oliver Graue, 13.04.2018, 12:12 Uhr
Foto: GettyImages

Geht es um die Zufriedenheit im Job, spielen Geschäftsreisen eine zunehmend wichtigere Rolle. Sie können also für die Attraktivität eines Arbeitgebers sorgen – oder ihn umgekehrt unpopulär machen. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist dies ein nicht zu unterschätzender Faktor. „Viele Mitarbeiter sehen Dienstreisen nicht mehr als Übel, sondern als Genuss“, sagt Louise Kilgannon vom Beratungsunternehmen Festive Road. „Ohne Reisen wären die meisten Beschäftigten heute weniger motiviert.“

Eine Studie des Business-Travel-Verbands GBTA bestätigt diese Erkenntnis. Danach sagen 84% der Befragten, dass Geschäftsreisen viel oder sogar sehr viel (35%) zu ihrer Job-Zufriedenheit beitragen. Quasi gleichlautend ist das Ergebnis, wenn nach der Bedeutung der Trips für den Geschäftserfolg gefragt wird: Für 83% ist sie groß oder sehr groß. Vor allem Millennials, also die nach 1980 Geborenen, sind dieser Meinung (90%).

Dienstreisen als Mittel der Motivation: Darauf müssen auch Travel Manager achten. „Tatsächlich berücksichtigen Geschäftsreise-Entscheider die Bedürfnisse der Reisenden heute stärker“, sagt Eric Hallerberg, Sabre-Chef für Großbritannien und Irland. „Standen früher oft nur die Kosten im Fokus, so ist es nun auch die Reisenden-Zufriedenheit.“ Anders gehe es auch gar nicht mehr, zeigt sich Louise Kilgannon überzeugt. Denn „wenn Millennials die Reiserichtlinien nicht für gut befinden, dann halten sie sich nicht dran“. Das gelte vor allem, wenn sie die Regeln in Widerspruch zu ihrem Wohlbefinden sehen.

Nonstop-Flug gewünscht

Die GBTA-Studie zeigt: 41% der Befragten haben bereits gegen die Richtlinien verstoßen, um ihren Stress auf Reisen zu reduzieren. Dabei verlangen die wenigsten den Aufenthalt im Luxushotel, so Kilgannon. „Aber ein Nonstop-Flug sowie ein komfortables Zimmer in einem Hotel nahe der Ziel-Location, das wünschen sich die meisten schon.“ Allein der Blick auf einen möglichst billigen Flug oder ein preisgünstiges Hotel sei heute kontraproduktiv. Und, so die Irin: Nicht mehr jede Regelung passe auf jeden Reisenden. Gerade, wer häufig unterwegs sei und der Firma Umsatz bringe, der sei in der Holzklasse fehl am Platz.

Was während der Reise für die größte Reibung bei Business Travellern sorgt und was – umgekehrt – gewünscht wird, hat der Verband ebenfalls abgefragt (siehe Rankings). Gerade diese Punkte, so Hallerberg, sollten Travel Manager in die Richtlinien einfließen lassen. „So lässt sich zumindest noch steuern“, sagt der Experte. „Wer nichts tut, muss damit leben, dass die Reisenden an den Regeln vorbeibuchen.“ Als hilfreich bezeichnet Hallerberg auch technische Lösungen, die den Mitarbeitern automatisch Auskünfte zu den Transfers am Flughafen, zu Pässen und Visa, zu den Reisezielen und zum Gesundheitsschutz geben: „Solche Informationen reduzieren den Reisestress deutlich.“

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