Wie reisen eigentlich

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... Zahnärzte ohne Grenzen?

Stefan Rohr ist im Auftrag der Hilfsorganisation weltweit unterwegs. BizTravel hat er verraten, wie er reist-

von Sabine Neumann, 16.07.2018, 11:02 Uhr

„Ich verzichte lieber auf persönliche Dinge und packe stattdessen Luftballons, Buntstifte, Fußbälle und natürlich auch Zahnbürsten für die Kinder in meine Reisetaschen“, sagt Stefan Rohr. Der Münchner Zahnarzt ist mehrmals im Jahr in Namibia unterwegs – für die Hilfsorganisation „Zahnärzte ohne Grenzen“. Dort arbeitet

er in kleinen abgeschiedenen Krankenstationen, bis zu 800 km von der Hauptstadt Windhuk entfernt. Gemeinsam mit seinem Team fliegt der Mediziner 14 Stunden von München über

Bitte laut „Ah“ sagen: Zahnarzt Stefan Rohr behandelt kleine Patienten in Namibia.
Foto: Dr. Stefan Rohr

Johannesburg nach Windhuk. Dort geht es mit dem Mietauto weiter. „Sämtliche Geräte und Materialien müssen wir aus Deutschland in Koffern mitbringen“, erzählt er. Das Gastland stellt Arbeitserlaubnis und Zollbefreiung aus. Die Krankenstationen sind nur notdürftig eingerichtet: „Es gibt keinen Arzt, sondern nur Schwestern oder Pfleger.“ Rohr besucht am Einsatzort auch Schulen, um den Kindern die richtige Zahnpflege zu zeigen. Mit Erfolg: „Karies ist zurückgegangen.

Zudem füllen und ziehen wir Zähne", sagt Rohr. „Und inzwischen können wir auch Prothesen herstellen. Wir haben ein komplettes Labor vor Ort.“ Gern übernachtet der Zahnarzt auf kleinen Gästefarmen. Hier bekommt er einen anderen Blick auf das Land, hört die Probleme und Sorgen der Bauern. „Jeden Morgen stieg ein alter Farmer auf eine Sanddüne und betete vor einem Kreuz um Regen. Das hat mich sehr berührt.“ Auch haben Kinder für das Team schon gesungen, getanzt und sogar Theater gespielt – als Dank für die Hilfe.

Zur Person:

Stefan Rohr ist seit 2010 bei den „Zahnärzten ohne Grenzen“ aktiv. Gegründet wurde die Stiftung 2004 vom Nürnberger Kieferorthopäden Claus Macher. Die Organisation unterstützt Zahnmediziner und ihre Helfer, die sich in Drittweltländern ehrenamtlich engagieren möchten. Die Ärzte planen und finanzieren ihre Einsätze selbst und tragen dafür auch die Verantwortung. Die Stiftung unterstützt mit Zuschüssen, sorgt für legale Arbeitsbedingungen vor Ort und für die Arbeitsmaterialien.

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