VDR-Zukunftsstudie

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Travel Management wird zur Datendrehscheibe

Die Arbeit der Geschäftsreiseplaner ändert sich radikal. Wer hier nicht mitzieht, bleibt auf der Strecke, warnt der VDR und zeigt die Trends der Zukunft auf.

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von Martin Jürs, 07.08.2018, 11:02 Uhr
Foto: Getty Images

Wechselt der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) seinen Namen? Ausgeschlossen ist das nicht. Eine Arbeitsgruppe befasst sich unter anderem genau mit dieser Frage. Grund ist nicht, dass man die hiesige Interessenvertretung der Travel Manager zu leicht mit dem Verband der Restauratoren oder dem Verband Deutscher Reeder – die ebenfalls unter dem Kürzel VDR firmieren – verwechselt. Grund ist das sich wandelnde Aufgabenfeld, mit dem sich Travel Manager konfrontiert sehen.

Folgt man einer Studie, die der VDR gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik zur Entwicklung der geschäftlichen Mobilität erhoben hat, dann spielen sich diese Veränderungen vor allem in den Feldern Technik, Reise- und Mobilitätsformen ab – aber auch bei den Einstellungen der Geschäftsreisenden selbst.

Technik treibt den Wandel

Gerade dem technischen Wandel müsse man sich stellen, appelliert VDR-Präsident Dirk Gerdom an seine Kollegen. „Darauf müssen wir unsere Arbeit ausrichten“, forderte der SAP-Einkäufer, „andernfalls werden wir obsolet.“ Dabei geht es laut Studie unter anderem um die noch stärkere Einbindung mobiler Endgeräte in den Reiseprozess. Dadurch sollen die Mitarbeiter gezielter als bislang Reise- Informationen in Echtzeit erhalten.

Das Erzeugen und Bereitstellen von Reisedaten bedeutet aber nicht nur für die Reisenden einen Mehrwert. Für das Travel Management entstehen ebenfalls neue Möglichkeiten. So lassen sich mit Hilfe von höherwertigen Daten die eigenen Prozesse zum Beispiel im Einkauf verbessern – was letztlich zu niedrigeren Kosten führt. Das Travel Management werde zur Datendrehscheibe, so die Studie

Im Jahr 2025 werden sich laut Studie zudem automatisierte Buchungs- und Abrechnungsprozesse fest etabliert haben. Auch neue virtuelle Bezahlmodelle gehören dann wie selbstverständlich zum Alltag, so die Prognose.

Neben technischen Entwicklungen treiben neue Reiseoptionen die Veränderungen im Reiseprozess voran. Die Studienteilnehmer gehen davon aus, dass individuelle Mobilitätslösungen, Sharing-Angebote und multimodale Planungsinstrumente stark an Bedeutung gewinnen werden. Auf all diese Entwicklungen müssen Travel Manager reagieren, sie müssen Reiserichtlinien und -programme anpassen und sich digitales Wissen aneignen.

Doch nicht nur technische Innovationen und neue Mobilitätsoptionen erweisen sich als Treiber der Veränderung. Hinzu kommt der Reisende selbst. „Es wird ein neues Zusammenspiel von Travel Managern und Reisenden geben“, sagt Isabella Geis, Projektleiterin der Studie beim Fraunhofer-Institut. Mehr Individualität und Flexibilität bestimmen die Reiseplanung. Allerdings wird es auch 2025 einen Rahmen geben, in dem sich die Reisenden bewegen (müssen) – allein schon aufgrund von Sicherheitsaspekten.

Grenzen des Sparens erreicht

Sich künftig nur als Sparkommissar zu profilieren reicht für Travel Manager jedenfalls nicht mehr aus. Zwar bleibt das Thema Kosten wichtig, doch gewinnen andere Bereiche an Relevanz. Gleichzeitig ist aber auch das Einsparungspotenzial vielfach ausgereizt. Laut einer Umfrage von Amex GBT sind heute 55% der Travel Manager in Deutschland und Europa davon überzeugt, die Kosten bis an ihre Grenzen optimiert zu haben. Vor einem waren erst 48% der Befragten dieser Ansicht. „Wir müssen neue Kompetenzen aufbauen“, fordert daher Dirk Gerdom. Und das rechtfertigt dann unter Umständen auch einen neuen Verbandsnamen.

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