Roaming

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Vorsicht vor diesen Kostenfallen

Seit wenigen Tagen lässt es sich in der EU zwar ohne Zusatzgebühren telefonieren und im Internet surfen. Aufpassen sollte man aber dennoch.

von Oliver Graue, 23.06.2017, 13:23 Uhr

Für Geschäftsreisende gehört es zu den bislang besten Nachrichten des Jahres: Wer aus dem Ausland mit der Firma, mit Kunden oder der Familie telefoniert oder aber per Handy im Internet surft, zahlt dafür ab sofort keine teuren Roaming-Gebühren mehr. Zumindest innerhalb der Europäischen Union (EU) fällt der häufig sehr üppige Zuschlag weg.

Der Anruf aus Rom oder London nach Frankfurt kostet damit genau so viel wie beispielsweise von Wiesbaden nach Frankfurt. Mindestens genau so wichtig: Wer eine Flatrate fürs Internet vereinbart hat, kann diese jetzt auch außerhalb Deutschlands zu denselben Konditionen nutzen. Spezielle Internet-Pässe oder hohe Extragebühren pro Gigabyte gehören der Vergangenheit an.

Die Umstellung auf die neue EU-Regelung erfolgt automatisch, der Mobilfunkanbieter muss nicht kontaktiert werden. Seit 2007 hat die EU die Gebühren Schritt für Schritt gesenkt. So durften seit 2015 nur noch maximal 19 Cent pro Minute für Anrufe berechnet werden – 2007 waren dies noch 49 Cent. Auch die Internetentgelte wurden gesenkt. Viele Netzbetreiber hatten zuletzt Tages- oder Wochenpauschalen fürs Online-Surfen verkauft.

Darauf sollten Sie achten

Doch Vorsicht – es bleiben Fallstricke, auf die zu achten ist. Zwar hat die EU ihren Plan zurückgenommen, das gebührenfreie Roaming im EU-Ausland auf 90 Tage im Jahr zu beschränken. Dennoch gilt:

1. Die SIM-Karte muss weiterhin im Heimatland gekauft werden. Die Anbieter dürfen überprüfen, wie viele Gespräche der Nutzer im Ausland führt. Sind dies mehr als von zu Hause aus, muss er nachzahlen. Rückwirkend werden pro Telefonminute vier Cent extra und pro Gigabyte 7,70 Euro fällig. Damit soll verhindert werden, dass sich Schmarotzer der neuen Regelung ihre SIM-Karte in einem Billigland statt zu Hause holen. Das würde dem heimischen Anbieter schaden, denn der muss das entsprechende Volumen bei dem jeweiligen Betreiber im EU-Ausland einkaufen.

2. Die Gebührengleichheit gilt für Anrufe aus dem EU-Ausland – aber nicht ins Ausland. Wer also von zu Hause aus etwa in Spanien oder Polen anruft, zahlt klassisch das, was sein Mobilfunkbetreiber dafür berechnet.

3. Manche Länder sind zwar umgeben von EU-Mitgliedern, gehören der Union aber nicht an. Wer von dort anruft, zahlt weiterhin hohe Gebühren. Dies gilt etwa für die Schweiz, für Andorra, San Marino, Monaco, die Färöer, die Isle of Man sowie für die Kanalinseln Jersey, Guernsey, Alderney, Sark und Herm. Aber auch schon in Grenznähe könnte sich das Handy in die teuren Gebiete einwählen. Reisende sollten daher ständig ihren Provider im Blick haben, etwa nach dem Überqueren des Gotthard- oder San-Bernardino-Passes. Hingegen gilt das Gebührenverbot außer in der EU auch in Island, Norwegen und Liechtenstein. In Großbritannien ist es zumindest derzeit noch gültig – bis zum Brexit.

4. Der Wegfall der Roaming-Kosten gilt nur an Land. Auch wer innherhalb der EU auf Schiffen oder in Flugzeugen unterwegs ist, muss weiter voll zahlen. Denn diese Verkehrsmittel arbeiten mit Satellit.

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