„Routes“

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Wie sich Airlines und Airports daten

In Belfast trafen sich 114 Fluggesellschaften und 270 Flughäfen. Und verabredeten dort neue Verbindungen und Ziele.

15.05.2017, 07:30 Uhr

Text: Andreas W. Schulz

Größtes Messe-Ereignis des Jahres für Belast: Die Flugkonferenz „Routes“
Foto: Andreas W. Schulz

Seit 1995 organisiert der Veranstalter aus Manchester weltweit die „Routes“, ein riesiger Marktplatz für Fluggesellschaften, Flughäfen und Zielgebiete, sich über neue Flugverbindungen und Destinationen auszutauschen. Die „Routes Europe“ zog diesmal mehr als 1200 Fachbesucher (davon 114 Airlines, 270 Airports und 36 touristische Institutionen) in das nordirische Belfast.

In knapp drei Tagen haben Airport- und Airline-Manager dann Zeit, in einem präzisen Speed-Dating-Plan neue Ziele vorzustellen und zu entwickeln. „Eine tolle Idee, die uns viel Zeit und Kosten spart, denn hier haben wir alle Airlines konzentriert präsent und brauchen nicht kreuz und quer durch die Welt zu reisen“, schwärmt stellvertretend für viele Airport-Manager der Marketing-Chef vom Flughafen Nürnberg, Jürgen Kohstall.

Die jeweilige „Routes“, ob in Europa, Amerika oder Asien, bietet zugleich auch immer eine Bühne für die ausrichtende Stadt, die Region oder das Land, sich zu präsentieren, da sie jedes Mal einen neuen Standort hat. Diesmal war für Europa Belfast der Gastgeber.

Deutschland wichtigster Partner

Für Gerry Lennon, dem Chef von Visit Belfast, eine riesige Chance, seine Stadt und die Region zu präsentieren: „Für uns ist diese Konferenz die größte und wichtigste, die wir bisher in Belfast zu Gast hatten, gibt sie uns doch die Chance, auf die vielfältige Entwicklung – sowohl für Business als auch in der Touristik – Nordirlands in den letzten Jahren aufmerksam zu machen.“

Peter Harbinson, Chef von Invest Northern Ireland, ergänzt: „Deutschland ist für uns der wichtigste Handelspartner in der Europäischen Union. Im letzten Jahr zählten wir 40 Deutsche Unternehmen wie SAP oder Brenntag, die hier investieren, mit mehr als 2000 Mitarbeitern.“ Da wundert es dann schon, dass bisher die beiden wichtigsten Flughäfen Airports in Nord-Irland, Belfast International und der Stadt-Airport Belfast City George Best“ mit zusammen rund 7,8 Mio. Passagieren, keine direkte Verbindung zu einem großen deutschen Drehkreuz wie Frankfurt, München oder Düsseldorf haben.

Sorge vor dem Brexit

„Daran arbeiten wir schon eine geraume Zeit“, bestätigen die beiden Flughafen-Chefs, Graham Keddie und Brian Ambrose. Nur Ryanair hat gerade eine Verbindung von Berlin-Schönefeld mit lediglich zwei Flügen in der Woche eröffnet.

Wäre da nicht der Brexit. Gordon Dewar, Chef des sich „sehr gut entwickelnden“ Flughafen Edinburgh, hofft auf „Vernunft und Besonnenheit“ bei den nun anstehenden Verhandlungen. „Wir müssen aber eine für uns positive Richtung in einem Jahr erkennen können, sonst haben wir Probleme.“

Nur KLM fliegt regelmäßig

Die einzige große Fluglinie, die regelmäßig vom europäischen Kontinent nach Nord-Irland fliegt, ist seit 2015 KLM, die es verstanden hat, mit guten täglichen Zubringerflügen auch Deutschland über Amsterdam mit Belfast zu verbinden. Die KLM-Manager sind mit der Verbindung zum stadtnahen City Airport (nur rund 10 Taxi-Minuten ins Zentrum) zufrieden. Sie wollen in wenigen Monaten die etwas in die Jahre gekommenen Fokker 70 durch moderne Embraer 175 Jets ersetzen.

In der Tat hat sich Nord-Irland in den letzten Jahren schwunghaft wirtschaftlich entwickelt. „Nur ist das bisher, besonders auf dem europäischen Kontinent, leider noch nicht so richtig angekommen“, konstatiert Mel Chittock, Finanz-Chef von Invest Northern Ireland. Auch touristisch steht Nord-Irland im Vergleich zur Republik Irland immer noch im Schatten mit seinen nur zwei Mio. Besuchern im Jahr.

Titanic-Museum als Attraktion

Belfast hat aber gerade auch für Unternehmen und Geschäftsreisende viel zu bieten. Wer nach seinen Terminen noch etwas Zeit hat, sollte sich unbedingt das 2012 fertig gestellte und spektakuläre „Titanic Belfast“-Museum und das „Titanic Quarter“ anschauen. Der Ort, an dem der wohl berühmteste Oceanliner der Welt 1912 gebaut wurde, kann zugleich auch als spektakuläre Event-Location gebucht werden.

Das „Titanic Belfast“ ist 2016 zu „Europas führender Attraktion“ von den „World Travel Awards“ gewählt worden. Nicht umsonst hatten sich die Routes-Veranstalter diesen Ort für ihre Abschlussveranstaltung ausgesucht, auf der die besten Airports und Zielgebiete – in verschiedenen Bewertungs-Kategorien – von einer Airline-Jury gekürt wurden. Gleich zwei deutsche Flughäfen schafften es, auf die begehrte Siegertreppe zu kommen: Nürnberg und München.

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