Triebwerksschaden

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A-380 der Air France musste notlanden

Einen ernsten Zwischenfall gab es auf einem Linienflug der Air France von Paris nach Los Angeles. Mit einem Triebwerksschaden musste ein Riesen-Airbus in Neufundland notlanden.

02.10.2017, 07:37 Uhr
Insgesamt betreibt Air France zehn Airbus A-380 mit jeweils 516 Sitzen.
Foto: Air France

Nach der Notlandung eines Airbus A-380 in Kanada sollen Experten die Ursache für den Ausfall eines Triebwerks klären. Die Crew des Air-France-Flugs auf dem Weg von Paris nach Los Angeles hatte nach einem „schweren Schaden“ an einem der vier Triebwerke einen „Mayday“-Ruf abgesetzt. Die A-380 landete sicher auf dem Flughafen Goose Bay in Neufundland, die 497 Passagiere und die Besatzung blieben unversehrt.

Die französische Luftfahrt-Untersuchungsbehörde BEA schickte Mitarbeiter nach Kanada, wie ein Sprecher am Sonntag bestätigte. Auch Experten der Fluggesellschaft, des Herstellers Airbus und des Triebwerksherstellers Engine Alliance sollen nach Angaben von Airbus an der Ursachenforschung mitwirken.

Der Notfall ereignete sich nach Angaben eines Air-France-Sprechers am Samstag über Grönland. „Es gab einen lauten Knall, das ganze Flugzeug vibrierte“, berichtete ein 59-Jähriger der „New York Times“. Dem kanadischen Sender CBC sagten Fluggäste, dass die Maschine daraufhin kurzzeitig abgesunken sei. „Ich habe ein paar Yoga-Übungen gemacht, und plötzlich fühlte es sich an, als wären wir in 35.000 Fuß Höhe mit einem Jeep zusammengestoßen“, erzählte Passagierin Pamela Adams. „Es klang nicht so sehr wie eine Explosion, sondern eher wie eine Triebwerkspanne.“ Air France machte zunächst keine genauen Angaben zur Art des Schadens.

Menschen hätten sich „mit weißen Knöcheln“ festgeklammert, erzählte Sarah Eamigh dem kanadischen Sender. Einige Fluggäste veröffentlichten Fotos und Videoaufnahmen des schwer beschädigten Triebwerks, das die komplette Abdeckung verloren hatte. „Es gab nicht die Panik, die ich erwartet hätte“, sagte Passagierin Adams. Um 17.42 Uhr deutscher Zeit landete die Maschine dann in Goose Bay. Passagiere berichteten, dass sie anschließend noch länger an Bord bleiben mussten.

Piloten und Kabinen-Crew seien „perfekt mit diesem schweren Zwischenfall umgegangen“, so Air France. Die Passagiere sollten am Sonntag mit zwei anderen Flugzeugen aus Goose Bay abreisen und mit Zwischenstopps nach Los Angeles gebracht werden.

Die doppelstöckige A-380 ist das weltgrößte Passagierflugzeug. Im November 2010 war eine Maschine des Typs in Singapur notgelandet, als ein Triebwerk nach dem Start Feuer gefangen hatte und in der Luft teilweise explodiert war. Der Fehler lag im Triebwerk – viele Fluggesellschaften ließen die Triebwerke ihrer A-380 daraufhin nachrüsten oder auswechseln. Bei Air France ist ein anderer Triebwerkstyp im Einsatz als bei dem damaligen Vorfall. (dpa)

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