Verhaftungen in der Türkei

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Politik fordert wirtschaftlichen Druck

Nach der erneuten Festnahme deutscher Staatsbürger in der Türkei hat die FDP die Bundesregierung aufgefordert, Präsident Recep Tayyip Erdogan endlich eine klare Ansage zu machen.

12.09.2017, 08:57 Uhr
Der Tourismus nach Istanbul steht vor allem nach den Terroranschlägen unter Druck.
Foto: Thinkstock

Erdogan begreife nur, „dass wir es ernst meinen, wenn er es spürt“, sagte der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki der Deutschen Presse-Agentur. „Wir müssen aufhören zu reden und öffentlich zu deklamieren.“

In Istanbul ist offensichtlich erneut ein deutsches Ehepaar türkischer Abstammung in Polizeigewahrsam genommen worden. Es sei davon auszugehen, dass einer der beiden am Sonntag festgenommenen Ehepartner immer noch von der Polizei festgehalten werde, hieß es aus dem Auswärtigen Amt.

Erdogan werde es spätestens dann spüren, dass Deutschland es ernst meine, wenn es für die Wirtschaft schlechter läuft, sagte Kubicki. So sollten für drei oder sechs Monate keine Hermesbürgschaften an deutsche Unternehmen für den Handel mit der Türkei ausgegeben werden.

Deutschland sollte zwar keine Reisewarnung aussprechen, sagte Kubicki. Aber man könne den Deutschen sagen: „Ein anständiger Mensch reist momentan nicht in die Türkei, solange deutsche Staatsbürger dort widerrechtlich festgehalten werden.“ Es helfe nur handeln, statt reden. „Und diplomatisch Einfluss zu nehmen, ist wesentlich wirkungsvoller als die innenpolitisch motivierte öffentliche Debatte, die wir gerade führen.“

Die türkische Regierung hatte am Samstag zudem eine Reisewarnung für die Bundesrepublik Deutschland ausgesprochen. Der Schritt dürfte eine Retourkutsche für die Verschärfung der Reisehinweise des Auswärtigen Amtes für die Türkei in der vergangenen Woche sein. (dpa)

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